Fr. 27.05.22

N war ja bis Dienstag beim Kongress in Italien und hat eisern FFP2 getragen, eine für Kinder, denn die passen wenigstens, damit auch ja am Donnerstag der Test negativ ist. Etwas hibbelig war sie allerdings doch, aber kurz nach 11 Uhr dann erlöst. Zertifikat in Händen wollte sie sich nun ans Einchecken machen. 

Aber irgendwie ging da gar nichts. 

Zertifikat hochladen "niente", da sich das heutige Datum nicht auswählen ließ. Ok, dann halt Bordkarte.... auch nicht. Erst kommt der Hinweis, der Sitzplatz mit mehr Beinfreiheit sei nicht auswählbar, dann der Hinweis, es sind Gesundheitsnachweise nötig (wissen wir, lassen sich halt nicht hochladen, schnurch) und dann die Anzeige, es sind keine Nachweise nötig für Nico (hä?) und dann kam der Hinweis: Sie sind nicht eingecheckt. Ja toll. Hotline sagt: Keine Ahnung, müssen Sie am Flughafen klären. 

Hilft alles nix, also warten. 

N wird beim Packen bewusst, dass es einen ziemlichen Unterschied macht, ob man alleine mit einem oder zu zweit mit zwei großen Koffern reist. Schweren Herzens packt sie noch einen Trolley. Zur Not kommt der in den großen Koffer beim Rückflug. Wird schon.

Ziemlich pünktlich steht sie auf und ist ebenfalls pünktlich am Parkplatz. Dummerweise muss es ausgerechnet dann regnen, wenn man ganz hinten parkt und mit 2 Koffern und einem Rucksack unterwegs ist. Glücklicherweise steht der Transfer schon bereit und kurz darauf sind wir am Flughafen. Was für ein Unterschied zu Samstag. Da ist N fast vom Glauben abgefallen, so voll war da das Gebäude. So voll wie es da war, so leer ist es jetzt. Keiner am Check In Schalter vor ihr.  Hier ist alles schick, Sitzplätze wie gebucht und den zweiten Koffer darf N sogar kostenlos aufgeben, dank des Frequent Traveller Status, der Coronabedingt bis 2023 verlängert wurde. Der Status macht es auch möglich, dass wir in die Business Lounge direkt an unserem Gate können und dort erst mal frühstücken. 

N unterhält sich auf dem kurzen Flug nach Frankfurt nett mit ihrer Sitznachbarin, die auf dem Weg nach Charlotte ist.

Ich hab ja den Eindruck, dass irgendwie alle hier an Bord irgendwohin weiterfliegen.

In Frankfurt kommt N tatsächlich leicht ins Schwitzen, denn der Weg vom Ende des Flugsteigs A zu C15 zieht sich wie Kaugummi. Erneute Sicherheitskontrolle, N hat von vorhin gelernt und packt hier gleich den ganzen Rucksack aus.

Ab in die nächste Lounge, wieder direkt neben unserem Gate. Zwischenimbiss.

Boarding ist pünktlich aber wir haben dennoch Verspätung.... aber jetzt ist es wurscht. Keine Anschlussflüge mehr.

Die Plätze in der "more legroom" Reihe 16 sind wunderbar, massig Platz, mindestens so viel wie on der Premium Eco in den Reihen davor.

Der Flieger ist nur Viertel voll und so setzt sich die Dame in unserer Reihe auf einen normalen Economy Seat, da Sie unbedingt am Fenster sitzen will. Na, uns soll es ja egal sein, denn jetzt haben wir die 3er Reihe für uns allein.

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Auf den 4er Reihen weiter hinten strecken sich viele zum Schlafen aus, so leer ist es. Ähnlich wie 2007.

Hm, ob sich die Strecke so rechnet?

Wir schauen mit N "Grindelwalds Verbrechen", danach hört N Hörbücher auf dem Handy. Von "Besser fühlen" von Leon Windscheid, den N vor ein paar Wochen live in Essen gehört hat, über ne Runde Morse "The way through the woods" und ein wenig Potter "The order of the Phoenix". Hm, immer noch zwei Stunden... also weiter mit Inspektor Morse. Der muss allerdings aber noch etwa 6 weitere Stunden ermitteln als wir pünktlich in Ft. Myers landen, Fortsetzung kommt dann die Tage.

Wir mögen den überschaubaren Flughafen hier, und da unser Vogel ja nur wenig gefüllt war, ist die Wartezeit bei der Immigration entsprechend gering. Koffer stehen vor der Tür auch schon parat, gut, dann ab auf die andere Straßenseite zu den Autovermietungen. Es steht 1... in Worten "ein" Wagen bei den Midsize SUVs.... und da passen noch nicht mal beide Koffer rein und außerdem riecht der nach Rauch. Den wollen wir nicht. Das Personal ist maximal unkooperativ, obwohl die Dame bei den Wagen zuerst sagte, sie würde einen anderen Wagen herholen lassen, will sie nach einem kurzen Gespräch mit ihrem Chef (?) nichts mehr davon wissen, das habe sie nicht gesagt.

Ommmm, Lügner hat N ja echt so satt...

Sie hätten keine anderen Autos, ich müsste den nehmen, und er rieche auch nicht nach Rauch. Der Chef holt den Wagen stellt ihn vor uns und sagt den oder keinen, er würde auch mit dem Gepäck helfen. N ignoriert ihn und er bringt den Wagen wieder weg. N fragt was denn wäre, wenn jemand anderes heute den Wagen nimmt, ob Sie ihr dann Laufen anbieten?

Jetzt kommt ein neuer Wagen an, N eilt darauf los und schnappt ihn sich. Ist zwar immer noch kleiner als es Midsize bis 2019 war, tatsächlich ist es auch CFAR und nicht IFAR wie gebucht, aber das ist jetzt auch wurscht. Er ist größer als der stinkige Wagen und eben auch nicht stinkig. Es kommt eine weitere Dame an, offenbar die Oberchefin und fragt, was denn mit dem anderen Wagen nicht stimme, ich erwähne den Geruch, sie schnuppert hinein und markiert den Wagen. Da kommen die beiden anderen an und behaupten, er rieche nicht nach Rauch. Tja. Macht ihr das schön unter euch aus, wir fahren auf jeden Fall jetzt also einen Nissan Kicks (whatever that is????) aus North Carolina.

Da sie den Weg zum Haus auch so findet, holt N das Navi nicht heraus. Dummerweise bleibt dadurch auch der Sunpass Transponder im RFID Schutzbeutel und als wir über die Cape Coral Bridge fahren, schallt ein lautes SHIT durch den Wagen. Es gibt keine Cash Lane mehr. Wenn N nachher das Kennzeichen auf der Sunpass Webseite hinterlegt, wird sie die Startzeit vor die Brückenüberquerung legen, vielleicht hilft das was.

Im Haus angekommen, erst Mal die Verwaltung anrufen, um einen Übergabetermin auszumachen, hm keine Mailbox. Egal, weiter geht es mit Auspacken. Das Telefon klingelt, Talisa von der Hausverwaltung, Termin für morgen früh, passt. Jetzt fährt N noch Mal los zu Publix, um zumindest für das Frühstück morgen einzukaufen. Ok, Margarita-Zutaten kauft sie auch noch.

22 mi, 30 °C


Sa. 28.05.22

Keine Überraschung, N ist um 3 Uhr wach. Also Kaffee. Während die Nespresso arbeitet, schaut N sich um. Hm, eine Lampe an der Dunstabzugshaube tut es nicht. Sie nimmt den Filter heraus, yikes, ist der fettig. Ab in die Spülmaschine damit. Hm, die Dichtung ist auch verrutscht und das Glas der Haube an der Kante auch fettig. N holt das Putzzeug.... säubert die Haube, ersetzt die Lampe mit einer Ersatzlampe, die sie in der Garage findet und repariert die Dichtung. Fast vergisst sie den Kaffee darüber. So, jetzt ist alles wieder schick und so ist jetzt endlich Zeit für den eigentlichen Plan: Kaffee im Bett mit Charmed. Manche Tradition muss man nicht ändern. Irgendwann ist es dann Zeit fürs Frühstück.

Gegen 9 Uhr ist die Hausübergabe und danach macht sich N auf den Weg zum Aldi und Walmart, um für das Abendessen der nächsten zwei Tage einzukaufen. Endlich mal ganz in Ruhe hier einkaufen...

Immer wieder ist es im Vergleich auffallend, dass Deutschland mit die günstigsten Lebensmittelpreise hat. Nachdem das Wichtigste zusammen ist, bringt sie die Schätze nach Hause und danach ist Herumliegen an und im Pool angesagt.

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Zufall, ich schwöre.

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Abends gibt es eine Grass Clippings Margarita und Chickpea Shawarma Wraps, allerdings sehen N's mal wieder nicht so aus wie die im Rezept... immer das Gleiche. Na ja, die inneren Werte zählen auch beim Essen, oder so.


So. 29.05.22

N hat für heute um 10 Uhr die Eco-Tour auf der Babcock Ranch gebucht, in der weisen Annahme, dass sie das Dank Jetlag gut schaffen sollte. Tatsächlich ist sie wieder um 3 Uhr wach, schläft aber noch Mal ein und ist froh, dass sie den Wecker gestellt hat, denn der ist es, der sie um halb Acht aus den Federn holt. Jetzt flink Duschen und Frühstücken und los geht es. Dummerweise vergisst sie uns mitzunehmen... wir sind sprachlos, schieben es aber mal auf ihre Eile.

N erzählt hinterher, dass sie zwar viele Tiere gesehen haben, aber dass die mit Maiskörnern angelockt werden, mehrfach am Tag bei jeder Tour. Das findet sie jetzt nicht so „Eco“, und der arme Alligator, der immer zum Anfassen im Bus in einer Kiste mitfährt, tat ihr auch leid. Ne, da sind die Guided Tours im Six Mile Slough, die Dolphin Bootstour oder die geführten Kanu-Touren in den Mangroven in der Tarpon Bay oder in Matlacha eindeutig besser. Die Photos zeigt sie uns dennoch:

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Der "Tour"-Bus

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Baby Alligator, ca. 9 Monate alt

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Sandhill Cranes, treue Vögel.

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Und ihr Nachwuchs.

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Irgendwie sind Turkeys ja komische Vögel...

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Die kleinen sind ja einfach immer niedlich, egal von welcher Tierart.

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Alligator Bridge, kein guter Platz, um Schwimmen zu gehen.

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Arbeitskreis

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Florida softshell turtle (Apalone ferox) die Schnorchel-Schnauze ist ziemlich ulkig.

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Ähm, ist das ne Bremse auf den "Gummistiefeln"?

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South-West Florida ist einfach the real Florida.

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Auf dem Rückweg macht sie einen Stopp im Lakehouse at Babcock Ranch auf ein zweites Frühstück, das erste ist ja schon etwas her und wo wir hier schon mal unterwegs sind, durchstöbert N noch den nächstgelegenen Bealls und den Bealls Outlet Store. Zwei neue Paar Flip-Flops in Blau, ein paar leichte Turnschuhe in grau-rosa, ein paar rote Schuhe und zwei Kleider verlassen mit ihr die Läden. Ach ja, und eine einfache Urlaubshandtasche, denn N ist aufgefallen, dass sie ja jetzt den Rucksack und die Kamera tragen müsste, anstelle von nur die Kamera, also musste eine Handtasche her. Die ist natürlich so, dass auch Sunny und ich darin bequem Platz haben, logisch. Was auch noch mitkommt ist ein neuer Messbecher für daheim aus Plastik, mit allen möglichen Drittellungen von Cups, das macht das Eis herstellen zuhause leichter (bei dem daheim hat N tatsächlich den Henkel abgebrochen) und eine Zitronenpresse, denn hier im Haus ist keine.

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Ich bin ganz Gentleman und lasse Sunny den Vortritt.

Heute gibt es Chicken Burger mit Mango-Salsa und Ziegenkäsecreme und dazu wieder eine Grass Clippings Margarita.


Mo. 30.05.22

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Vorm Gewitter gestern Nacht ist glücklicherweise kein großer Schaden entstanden, nur ein paar Kokosnüsse haben einen verfrühten Abgang hingelegt. Memorial Day, mal sehen, wie voll es gleich auf der Autobahn ist. N ist gerade heute spät aufgewacht, also verhältnismäßig, aber egal, wir haben es ja nicht wirklich eilig. N packt alles für eine Nacht im Hotel zusammen, dann Duschen, Frühstücken und auf geht es. Das wird N’s Test auf Rundreisen allein in der Zukunft. Schon die letzten Tage hat sie festgestellt, dass es mit dem Fahren ganz gut klappt, wenn sie den Tempomaten nutzt. Schließlich wollen wir hier unter keinen Umständen einen Sheriff näher kennenlernen. Wir passieren unterwegs ein Schild "Gun range closed to general public, thanks, Covid-19“. Ja, so eine Pandemie kann auch gute Seiten haben.

Über die I-75 geht es nach Norden, vorbei an Tampa Richtung Ocala. Ab Citra geht es auf der Landstrasse weiter nach Micanopy.

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The Orange Shop in Citra.

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Es geht weiter.

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Meow, genau.

In Micanopy ist Zwischenstopp angesagt. Die meisten Leser würden den Ort kennen, meint N. Allerdings unter dem Namen „Grady, SC“…. Na, klingelt es?

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Da rechts steht auch unser Auto.

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Jetzt vielleicht? Ok, ok hier ist die Auflösung.

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N rastet auf einen Kaffee und einen Banana Pie bei Coffee & Cream. Hi hi, N wollte ja auf keinen Fall einen Sheriff treffen und jetzt sitzt einer am Nebentisch beim Essen.

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Auf der Toilette finden sich auch informative Hinweisschilder.

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Rotkardinal (Cardinalis cardinalis)

Unser endgültiges Ziel heute ist allerdings Gainesville, deshalb machen wir uns nach ein wenig Sightseeing auf. N hat für uns dort das Home2 Suites gebucht. Ein wenig komisch, allein ein Zimmer zu beziehen, aber sie hat ja uns als treue Bärenbegleiter.

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Wir diskutieren heftig, ob das "Pet inside" Schild für die Zimmertüre nun auf uns zutrifft oder nicht. Wir einigen uns auf "nö, wir sind ernstzunehmende Bärenreisebegleiter und nix pet".

Der Hotel-in-den-USA-Alleine-Test ist so weit erfolgreich, aber da noch etwas auf dem Plan steht, halten wir uns nicht lange auf, sondern ziehen weiter zu den Kanapaha Botanical Gardens.

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Bambus"büschel"

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Seidenbaum (Albizia julibrissin) von fern und nah.

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Wir lassen uns Zeit, bis zum Ende der Öffnungszeit, keiner dabei, der sich in einem Botanischen Garten langweilt. Als Bären sind wir eh an jeglicher Flora und Fauna interessiert und N langweilt sich hier sowieso nicht. Sunny und ich schließen ne Wette ab, wo wir am längsten sein werden und yup, richtig, es ist der Garten mit essbaren Pflanzen und Heilkräutern. Da kann N immer ewig rumstöbern, dumm nur, dass es echt warm ist, und so setzen wir uns eine Weile in die hier aufgestellte Schaukel im Schatten.

Ok, Abendessen, der nächste Test. Wir entscheiden uns für ein Texas Roadhouse…. die haben doch so leckere Brötchen mit fluffiger Honigbutter. Eine Booth, ne das möchte N nicht, das ist irgendwie komisch, aber an der Theke ist ok, da sitzen auch andere einzeln. Also nicht, dass N allein ist, sie hat ja uns. Die heutige Wahl fällt auf ein Sirloin Steak (medium well) mit Fries und House Salad. Vorab genießt N noch die erwähnten Brötchen… anschließend ist sie, genauso wie wir: stuffed. Und jedes Mal denkt N wieder an einen der ersten Calvin und Hobbes.

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Auf dem Hinweg hat N einen REI erspäht, dort möchte sie ihren Gutschein einlösen, an der Kasse huch, der Kassierer zeigt ihr, dass der vor ein paar Monaten abgelaufen ist, shoot. Aber er tippt eifrig auf dem Bildschirm rum und bastelt N mit Hilfe einer imaginären Geschenkkarte zumindest einen $10 statt $14 Rabatt, das nennen wir mal sehr nett. Mit einem neuen Paar der guten REI Wandersocken ausgestattet, fahren wir jetzt ins Hotel zurück. N geht in die Dusche und, Mist, der Duschgel Behälter ist leer. Ok, da war eine Seife am Waschbecken aber wie es zu erwarten war, hier ist wieder so ein komisches Wasser, mit dem sich Seife etc. nicht abwaschen lässt, sondern so ein fettiges, schmieriges Gefühl bleibt. Das ist voll fies, und N kennt das so nur aus den USA. Den restlichen Abend vertreiben wir uns mit ein wenig Harry Potter Teil 7 im Fernsehen.

250 miles, 32 °C


Di. 31.05.22

N wacht um 6 Uhr auf. Gar nicht mal so schlecht, das sind fast 8h Schlaf gewesen. Frühstück gäbe es ja schon... ne wir drei faulenzen hier noch was rum. Der weather channel berichtet über den sich möglicherweise bildenden Sturm Alex... haben wir nicht bestellt, bitte stornieren! Und die Wettervorhersage meldet "Air, that you can wear." So true!

Irgendwann duschen, wieder mit nicht abwaschbarer Seife und um 8 Uhr sind wir beim Frühstück. Dessen Wartung ist suboptimal. Kaffee ist leer, N beauftragt neuen. Dauert, ist dann dafür aber frisch und heiß. Alles hat zwei Seiten. Keine getrockneten Cranberries für den Porridge... N weicht auf Schokodrops aus. Ist natürlich auch viel besser. Auch Neues kann was Gutes haben. N meint, ich solle aufhören, schlaue Kommentare in den Bericht einzubauen. Pffft. 

Gegen halb 10 fahren wir los zum Museum, das knapp 10 Minuten entfernt ist. N zahlt brav die $4 Parkgebühr für Nicht-Angehörige der UFL und vertreibt sich die 20 Minuten bis zur Öffnung des Museums mit der Lektüre der USA today. Dann machen wir uns an die Entdeckung des Florida Museum of Natural History.

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Da das im Hotel nicht auf uns zutrifft, ist es hier auch nichtzutreffend.

Zuerst die Eingangshalle, denn die ist bereits ziemlich witzig mit virtuellen Säbelzahntigern und Mammuts, die um uns herumlaufen.


Dann die Nord-West-Florida Ausstellung, hm, alle im Internet haben so vom Butterfly Rainforest geschwärmt, also investiert N in das Eintrittsgeld (die normalen Ausstellungen sind nämlich kostenfrei) und sieht sich als nächstes die Flattertiere an. Normalerweise nicht so ihr Ding, aber es ist wirklich schön hier, das mag auch an den Pflanzen liegen. Fischschwanzpalmen und Baumfarne. 😊 Wir sind recht lange hier drin, aber irgendwann sind es dann doch genug bunte Flatterer.

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Es gibt auch blühende Pflanzen.

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Die Wachteln rennen hier wie die Verrückten herum, N muss arg aufpassen, nicht versehentlich auf eine zu treten.

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Es geht weiter in die Süd-West-Florida Abteilung und dann noch die Fossils of Florida und zum Abschluss in den Gift Shop, wo N den „Audubon Field Guide to Florida“ mitnimmt und ein petrolfarbenes Armband, denn ein Armband zu kaufen, das hat irgendwie mittlerweile Tradition. N macht mal wieder Ihrem Ruf als Museumsschnecke alle Ehre. Wir sind 4 Stunden hier drin. Mittlerweile ist es 14 Uhr und es sollte so langsam wieder Richtung temporärer Heimat gehen, denn es sind ja noch 4h Fahrt. N plant an der günstigen Love’s Tankstelle vom Hinweg aufzutanken, dummerweise verpasst sie die Ausfahrt, wie blöd.

Wir stoppen allerdings kurz in Tampa bei Bealls, aber hier ist deutlich weniger Auswahl als in Ft. Myers, daher fahren wir weiter.

Jetzt wird es irgendwie doch mal Zeit zu tanken… N stoppt bei der Pilot Tankstelle in Punta Gorda, da wir hier eh die Autobahn verlassen. $4,54 ist bis auf die verpasste Tanke mit $4,39 das günstigste hier, die anderen rufen $4,75 auf. Kein Schnapper, aber immer noch günstiger als daheim.

Es geht über die Burnt Store Road zurück nach Cape Coral und irgendwie hat die sich in den letzten Jahren verändert findet N. War das nicht mal eine einfache Straße mit einer Spur pro Richtung? N findet auch, dass recht viel gebaut wird in CC, vielleicht liegt es auch nur daran, dass wir jetzt seit 2019 zum ersten Mal weder hier sind.

Das Abendessen besorgt N auch noch auf dem Rückweg, denn hier am Eingang von Cape Coral liegt ein neuer Aldi und daneben der 2022 neu eröffnete Farmer Joe’s. Pünktlich als wir am Aldi ankommen, fängt es an, aus Eimern zu schütten, der normale Sommerregen hier. Da lassen wir N mal schön allein zum Laden schwimmen und verlassen das trockene Auto lieber nicht. Sie lässt sich dafür da drin viel Zeit, bis es wieder aufhört, bevor sie wieder rauskommt.

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Dann ab nach nebenan, N ist neugierig auf den Laden und findet ihn sehr ansprechend, sehr schön gemacht, mit vielen lokalen Produkten von lokalen Händlern. Da waren wir offenbar nicht zum letzten Mal, schätze ich.

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Da wir jetzt auch alle Zutaten beisammen haben, geht es jetzt schnell nach Hause. Heute Abend gibt es Grilled Honey Lime Cilantro Chicken mit Limetten-Dip und dazu eine Grass Clippings Margarita.

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Nein, wir schauen nicht skeptisch, nur interessiert und es riecht gut.

250 miles, 31 °C


Mi. 01.06.22

N wacht schon wieder gegen 3 Uhr auf, naja, sie ist ja auch gestern früh ins Bett gegangen und solange sie nicht möchte, dass wir aufstehen, soll es uns recht sein. N holt sich nur einen Kaffee, also theoretisch, denn als Sie im Dunkeln in die Küche kommt, tritt sie in eine Pfütze. Mist, der Kühlschrank taut ab. Also hat sie sich gestern doch nicht getäuscht, dass die Margarita flüssiger war als sonst und dass der Kompressor immer nur sehr kurz lief. Ok, Boden trocknen, Eis rausnehmen, Handtuch auslegen und eine WhatsApp an die Hausverwaltung. Wir wollen heute pünktlich um 9 Uhr im Six Mile Slough sein, denn zur Guided Tour soll man a) 30 min vorher da sein und zudem nehmen die b) nur noch die ersten 10 mit. Also schnell Frühstücken und Duschen und noch eine Nachricht an die Verwaltung, dass wir jetzt mal weg sind, sie sich davon aber nicht abhalten lassen sollen, den Kühlschrank unter die Lupe zu nehmen. N bringt uns pünktlich hin, zahlt $3 für 3h Parken und meldet uns dann für die Tour an. Das wird hier mittlerweile namentlich erfasst, war früher auch mal anders, mag auch an Covid liegen, wer weiß. Wir sind zu Siebt plus Guide und uns zwei Bären, passt also alles.

N kann sich nicht erinnern, ob wir schon je im Juni hier zu einer Tour waren, denn im Herbst findet sie, sind hier irgendwie mehr Tiere. Heute gibt es 2 Great White Egrets, 1 Alligator, 1 (laut unserem Guide) ungiftige Schlange und einen Schwung Vögel, von denen N mit der BirdNet App zumindest die Indianermeise (Tufted Titmouse) und den Meisenwaldsänger (Northern Parula) identifizieren kann.

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Eine Orchidee, N hat dummerweise den Namen vergessen.

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Immer wieder schön hier.

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Diese Pflanze ist wirklich "up to date" mit der Blütenform. Buttonwood, Knopfmangrove (Conocarpus erectus).

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Nach zwei Stunden, gegen halb Zwölf, sind wir mit der Tour fertig, das war länger als offiziell geplant aber N ganz recht. Da wir noch eine halbe Stunde Parkzeit überhaben, beschließen wir, den oberen Loop zu laufen, denn der ist nie Teil der Guided Walks und N war da bestimmt ewig nicht, außerdem soll dort in einer Baumhöhle neben der Bank am Woodduck Pond eine Schlange wohnen und die Besucher beobachten. Die einzige Höhle, die in Frage kommen könnte, scheint unbewohnt. Schade. Vielleicht kommen wir ja in den nächsten zwei Wochen noch mal her ohne Führung. Am ersten Samstag im November gibt es eine spezielle Vogel-Tour. Hm, wie doof, das ist im Herbst unser Abreisetag. Die normale Tour macht N sowieso, denn da hier immer andere Guides die Tour begleiten, erfahren wir auch immer was anderes, denn jeder hat seine eigenen Interessen. Mal Ökosystem, mal Farne, mal Pilze, mal Reptilien, mal Fische, mal sehen, was beim nächsten Mal dran ist.

Da Sun Harvest Citrus sozusagen „um die Ecke“ ist, fahren wir als nächstes dorthin. N hat ja immer noch Hoffnung, das Margarita-Schild zu finden, das sie vor Jahren dummerweise nicht mitgenommen hat und sich danach geärgert hat, weil sie es nirgendwo mehr gefunden hat… und was soll ich sagen, Pech in der Liebe, aber Glück beim Shoppen, oder so ähnlich (jetzt schaut sie wieder streng, ich soll die Kommentare lassen…). Auf jeden Fall stehen hier noch genau zwei Exemplare ganz hinten im Regal. Das scheint offenbar ein sehr beliebtes Schild zu sein und eins ist jetzt unseres. Yeah. Ein Orangen-Honig-Set aus Handcreme und Lippenpflege will auch noch mit.

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Wieder daheim liest N die Nachricht von Talisa, dass ein neuer Kühlschrank gerade in der Mache ist. N macht aus dem aufgetauten Schokoeis einen Milchshake und gerade als sie damit fertig ist, klopft es und die Hausverwalter bringen ein neues Gerät. Es braucht ein wenig Türen-Demontage sowohl am Kühlschrank und der Haustür, damit die beiden Geräte die Plätze wechseln können, aber irgendwann steht der neue an seinem Platz. Ein paar technische Hürden an Gerät und Haustür werden auch noch genommen und dann ist alles wieder gut. Der alte Kühlschrank dekoriert jetzt die Auffahrt und der neue nimmt die Arbeit auf.

Talisa meint zu N, sie solle doch bitte die reifen Mangos ernten. Mangos? Wo? Sie zeigt nach draußen, im Vorgarten steht ein kleiner Mangobaum, der gut mit Früchten behangen ist. Spitze.

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Bei den Nachbarn schräg gegenüber auf der anderen Kanalseite steht auch ein Exemplar, aber das ist riesig.

Da der gestern Abend gekaufte Fisch jetzt nicht mehr so richtig kalt gelagert war in den letzten Stunden, gibt es heute ein sehr frühes Abendessen: Coconut-Crusted Fish Fillets With Mango Salsa.

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Das letzte Glas des Grass Clippings trinkt N dann auch noch leer, denn der war ja auch zwischendrin warm geworden und jetzt wieder kalt, das macht es vermutlich nicht besser, wenn der noch länger steht. So, der erste Batch hat doch recht lange gehalten.

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Do. 02.06.22

Da heute erst abends Baseball auf der Tagesordnung steht, allerdings nur, wenn der mal wegen Regen nicht ausfällt, ist es gut, dass N uns erst um 6 Uhr weckt. Ne Runde Charmed mit Kaffee im Bett, dann Frühstück draußen, denn aktuell sind 24 °C, geht also noch, allerdings ist es schon recht schwül. Nach etwas suchen und probieren bekommt N auch die beiden Ventilatoren auf dem Lanai ans Laufen. Ah, das ist besser.

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Pancake, Toast, O-Saft und Kaffee…passt.

Nach dem Frühstück richten wir und hier draußen ein, mit Laptop, Kaffee und Harry Potter und ich diktiere N, was sie schreiben soll. Während wir beide hier so arbeiten, klingelt es an der Tür, ah, die Hausverwaltung bringt den noch fehlenden Wasserfilter für den Kühlschrank, aber irgendwie will das Wasser nicht fließen. Man soll immer 5 sec. zapfen, 5 sec pausieren. Dennoch tut sich nix. N bietet an, dass sie weitermacht und sich später meldet. Irgendwann blättert sie dann nochmal in der Anleitung rum und findet, dass die sich nicht einstellende Temperatur der Schublade ggf. an einem fehlerhaften Hochfahren des „Systems“ liegen kann. Also einmal ganz aus und wieder an. Danach funktioniert der Wasserspender unerwarteterweise aber die Schublade will immer noch nicht. Naja, man kann nicht alles haben.

Es ist für später (wie irgendwie immer im Sommer) Regen angesagt, wenn es allerdings arg schüttet, dann denkt sie nochmal scharf über das Baseballspiel nach meint N. Momentan ist es laut Wetter App aber ok. Freitag und Samstag sollen allerdings die Reste eines Hurricanes von Mexico herüberkommen und es soll zwar nicht extrem windig, aber arg nass werden. N plant Outlet-Shopping und Kino… was so halt drinnen möglich ist. Während wir hier Bilder sortieren, hören wir immer wieder so ein komisches Schnauben…keine Ahnung. Bis N’s Blick mal aufs Wasser fällt… konzentrische Kreise, oh shoot, das war ein Manatee, was zum Luftholen an die Wasseroberfläche gekommen ist. N sprintet los allerdings nur mit dem Handy und leider ist das Bild nicht so dolle geworden. Wenn wir Glück haben, „wohnt“ das Tier hier und wir sehen es nochmal in den nächsten Tagen.

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Könnt ihr die Nasenlöcher sehen?

Gegenüber scheinen Bäume oder sonst was gefällt zu werden… laut. Ah, auch über den Lärm zu hören, es schnaubt wieder und jetzt haben wir mehr Glück, es sind zwei große Tiere hier.

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Tatsächlich bleiben die beiden eine ganze Weile hier. 😊 Ein Boot fährt vorbei, N findet Boote gehören verboten.

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Nachmittags ereilt N der kleine Hunger, wer weiß, ob sie nach dem Baseball noch Lust hat zu kochen, also macht sie Spinach Artichoke Dip, das ist zwar eigentlich ne Vorspeise aber sättigt gut und würde auch noch für später reichen. Kennengelernt hat sie den erst vor kurzem bei einem Kochkurs, und da sie das Rezept nicht mitgenommen hat, tut es auch dieses hier, das ist ziemlich identisch findet sie. Während der Dip so im Backofen seiner Fertigstellung harrt, mixt N für nach dem Spiel schon Mal eine Spicy Mango Margarita.

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Zunächst läuft es ganz gut für die Mighty Mussels (ein blöder Name finden wir allerdings) oder Miracle, wie sie mal hießen, und deshalb hat N auch ihr Miracles T-Shirt an, was immerhin schon 15 Jahre alt ist. Es steht 2:0 im ersten Inning, doch dann ratz fatz 4 Punkte und dann nochmals 2 Punkte für die Tarpons aus Tampa. Mist. Aber etwas später Unentschieden, wir bekommen ein 10th Inning und sozusagen in letzter Sekunde gewinnen die Muscheln mit 7:6. Das war knapp.

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Heute erleben wir den ersten richtig bunten Sunset.

Gegen 23 Uhr sind wir wieder zurück und haben wie erwartet, keine Lust mehr zu kochen, also gut, dass noch Dip, Nachos und die Mango Margarita warten.

31 °C