Do. 09.06.11 Gillette to Sheridan

Halbieren sich die Temperaturen jetzt täglich? Heute morgen sind es nur noch 8 °C. Wir fahren gemütlich über die I-90 zu unserem heutigen Programm "Little Bighorn", als es dann auch noch zu regnen anfängt, meint N, "na prima". Kurz hinter Buffalo sehen wir jede Menge deer, fast auf jedem Hügel sind welche und dann auch plötzlich vor uns auf der Autobahn tauchen 2 aus dem Graben zwischen den Fahrtrichtungen auf und passieren ganz gemütlich die Fahrbahn. Mann, die haben aber die Ruhe weg, glücklicherweise ist man ja nie wirklich schnell unterwegs hierzulande und wir können gut abbremsen um sie heil passieren zu lassen und da hier auch kaum was los ist, laufen wir auch keine Gefahr, dass uns einer hinten drauf fährt. Alle paar Meilen gibt es hier Schranken, um die Autobahn sperren zu können. So was haben wir in Deutschland noch nicht gesehen. Ob das für den Schnee im Winter ist? Apropos Winter, jetzt ist es hier ja schon sehr leer, im Winter ist es wohl kaum beschreibbar, wie einsam man sich hier fühlen muss...

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3 Stunden verbringen wir auf dem Little Bighorn Battlefield, glücklicherweise ist die Sonne wieder da und die Temperatur hat sich wieder auf 16°C hochgearbeitet. Mit Hilfe der Infoschilder versuchen N & M, den glorreichen Sieg der Cheyenne, Sioux und Arapaho gegen Custers "Siebente" zu rekonstruieren. Dieses mit mehr oder weniger gutem Erfolg. Na ja, egal. M ist auf jeden Fall begeistert. Er steht halt auf Indianer. Wir fahren im Anschluss wieder zurück nach Sheridan, wo wir tanken, einkaufen und auch übernachten. Beim 5. Spiel der NBA Finals Miami vs. Dallas picknicken wir auf dem Bett. Heute mit Salat (hier können wir den ja im Gegensatz zu Europa ohne E.coli gefahrlos essen und genießen das auch fast täglich), warmer Küche (Mikrowelle lebe hoch) und Nachtisch (ein unglaublicher Schokokuchen).

Die schlechte Nachricht: 1 Woche ist schon rum, die gute Nachricht. Wir haben noch 2 Wochen, Hurra!

Hampton Inn, Room # 133, 272 miles, mit Sonne 16 °C

 

Fr. 10.06.11 Sheridan to Yellowstone

Viertel nach 9 sind wir "on the Road" unser erstes Ziel für heute ist Cody. Wir fahren über die US 14 durch die Bighorn Mountains und stoppen an den Shell Falls. Da momentan noch die dieses Jahr üppig ausgefallenen Schneefälle abschmelzen, führt der Fluss ordentlich viel Wasser. Angeblich hat es diesen Winter so viel Schnee, wie in den letzten 30 Jahren nicht gegeben.

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Was uns sehr überrascht, sind die Kolibris, die es hier gibt, hm, damit haben wir nun nicht gerechnet.

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Auch nicht mit den Temperaturen, hier auf ca. 2700 m Höhe haben wir Sonne, die ordentlich brennt, aber nur 0,5 °C Lufttemperatur.

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Durch die schöne Berglandschaft fahren wir weiter nach Cody. Das ist nun mal ne niedliche Stadt finden wir und verbringen 2 Stunden im Buffalo Bill Historic Center. Da gibt es neben vielen Infos über das Leben von Mr. Cody und der Indianer auch tatsächlich einen Tischkicker in Westernstyle. M ist hin und weg.

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Wir probieren noch ein paar der Stetsons auf, die hier zum Testen in einer Sonderausstellung hängen. "Boss of the Plains" findet N am Besten (ehrlich, das lag nicht an dem Namen!).

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Bevor es in den Yellowstone geht, füllen wir noch rasch unsere Wasser- und Benzinvorräte auf. Allerdings müssen wir fremdtanken bei Maverick, da es hier keinen Dino (mehr) gibt, aber auch der Maverick will keinen ZIP Code von uns. Der Scenic Byway zum Yellowstone ist schon sehr beeindruckend, über einen Mangel an Landschaft können die Amerikaner wirklich nicht klagen.

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Wir kommen am Yellowstone an und wundern uns, warum es an der Entrance Station nicht vorangeht. Hm? Nach einer Weile kommt eine Rangerin zu uns und erklärt, dass die Straße in unsere Richtung wegen einer Lawine gesperrt sei und sie nicht wissen, ob und wann wieder geöffnet wird. Ist nicht wahr, oder? Der Umweg, den wir nehmen müßten ist 5 Stunden über Cooke City in Montana. Leider wissen wir auch nicht, wie lange der Empfang in der Canyon Lodge geöffnet hat, mal abgesehen davon, dass wir hier keinen Handyempfang haben. Dann eine neue Info, es wird versucht, die Straße zu räumen und bis mindestens 20 Uhr ist hier gesperrt, das sind jetzt noch anderthalb Stunden, dann würden wir ne Info kriegen, ob der Eingang wieder geöffnet wird.

"Pleeeease", meint N zum Ranger, "That usually helps!", meint der. Wir sitzen rum und warten... Währenddessen fotografiert M die 5. Schlange des Urlaubes. Ein Prachtexemplar, wie er meint. Sie ist zig Meter lang und komplett aus Blech. Um kurz vor 20 Uhr das erlösende Handzeichen "Daumen hoch" vom Ranger, als Entschädigung für das 2 Stunden lange Warten dürfen alle umsonst in den Park. Soweit zu unserem Jahrespass...

Wir kommen im Licht der untergehenden Sonne am Yellowstone Lake vorbei, einfach wunderbar.

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Um diese Zeit ist einiges an Getier unterwegs, wir sehen ein Stachelschwein, mule deer oder elk (war zu weit weg für eine genaue Identifikation) und tatsächlich unseren ersten freilebenden Bären! Leider war der Schwarzbär für eine Nahaufnahme einfach zu weit weg.

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Kurz vor halb Zehn kommen wir endlich an der Canyon Lodge an und können einchecken, sehr schön, wir bekommen ein Zimmer in der Dunraven Lodge, der neuesten Unterkunft im Park. Genau das hatte N sich gewünscht. Daheim hatte sie noch über die günstigeren Cabins nachgedacht, sich aber dann aufgrund der Bilder im Internet von der Einrichtung für einen Lodge Room entschieden. "Gute Wahl",  stellen wir fest, denn die Cabins sehen schon von außen nicht sonderlich ansprechend aus. Wir haben Glück und bekommen sogar noch was Warmes zu Essen im Dining Room der Canyon Lodge, obwohl die um 22 Uhr schließt. Basketball und Stanley Cup fällt für uns aus in den nächsten Tagen: kein Fernsehen und kein Internet im Park. Vielleicht kommen N & M dann doch noch dazu etwas in den mitgebrachten Büchern zu lesen. Ziemlich müde schlafen wir heute alle sofort ein.

Dunraven Lodge, Room # 404, 248 miles, 19 °C

 

Sa. 11.06.11 Yellowstone

Wir wachen bei blauem Himmel auf, schnell geduscht und ab zur Canyon Lodge zum Frühstück. Zuerst werfen wir einen Blick in die Cafeteria, neeee, endlose Schlangen an der Theke und sehr laut. Wir entscheiden uns für das Frühstück im Dining Room, wo wir gestern abend auch gegessen haben. Wie blöd, als wir fertig sind, hat es angefangen zu regnen. Jetzt am Canyon rumlaufen ist keine schöne Vorstellung, also kurzerhand umgeplant, wir gehen zuerst ins neue Visitor Center, beschauen die Exhibits und sehen beide Filme. Wer sagt es denn, als wir fertig sind, scheint auch wieder die Sonne. Dann jetzt doch zum Canyon. Wir starten am South Rim Drive, N & M steigen in die Wanderstiefel und los, es soll den Uncle Tom's Trail entlang, aber nach 200m ist auch schon wieder Schluss, "Trail Closed". Ärgerlich, na dann statt dessen zum Aussichtspunkt auf die Lower Falls und dann zum Artist Point.

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Kurzer Stopp beim Brink of the Upper Falls und weiter den North Rim Drive.

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Der Abstieg zum Brink der Lower falls geht ja noch, aber dann geht es die 300 m wieder hoch, da wird N in der Fleecejacke ganz schön warm und nur so im T-Shirt ist bei den Temperaturen und dem Wind sicher keine gute Idee. Beim ersten Zwischenstop schauen N & M so sehnsüchtig nach oben, dass sie von mehreren Einheimischen gefragt werden, worauf sie den warten würden. "Helicopter" antwortet M und alle Anwesenden haben ihren Spaß. Wieder oben angekommen erst mal ne längere Verschnaufpause im Auto bevor es weitergeht zum Lookout Point, Grand View und Inspiration Point.

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Was nun? Geplant war eine Wanderung zum Mt Washburn Fire Lookout, die fällt aus wegen Schnee. Alternative: Mud Volcano und zwei Visitor Center: Fishing Bridge und Old Faithful, denn auch die beiden Stempel wollen gesammelt sein, nicht nur der von Canyon. Auf der Straße plötzlich ein Stau, "Ah, Tiere", wir tigern auch los und sehen nichts, wenn man von einem Pelikan mal absieht. "Did you see the wolf?", fragt uns einer der hier herumstehenden Parkranger. Nöööö, schade. Neben uns fragt eine Frau, die auch nichts sieht, warum wir hier eigentlich alle stehen. Keiner mag so richtig ernsthaft antworten. M findet, dass es eine großartige Idee sei, nun Icecream und Popcorn anzupreisen. Leider geht niemand darauf ein und wir fahren weiter. Ein kurzes Stück weiter, wieder Stau, diesmal haben wir Glück und können einen Grizzlybär mit Jungtier sehen. Wow, jetzt haben wir insgesamt schon 3 Bären gesehen. Leider sind die beiden Grizzlys auf den Bildern, die N gemacht hat, nicht gut zu sehen.

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Wo wir jetzt schon mal hier in Old Faithful sind, entscheiden wir uns, einen Blick auf den Old Faithful Geysir zu wagen und besuchen die 18.28 Uhr Vorstellung.

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Durch das Tal des Firehole Rivers geht es mit irgendwelchen nicht identifizierten deer zurück nach Canyon. Hihi, N & M haben heute ganz rosa Nasen bekommen und machen Sunny farblich mehr als Konkurrenz. Das kommt davon, wenn man die Höhensonne unterschätzt, schließlich liegt Yellowstone um die 2400 m hoch. "Wieso, ich hatte die Sonnencreme die ganze Zeit dabei", meint M. Schade nur, dass sie aus dem Rucksack heraus so schlecht wirkt. Unser Zimmer hat einen Esstisch in einem Erker mit schönen Blick auf die Berge, dort genießen wir heute stilgerecht unser Picknick, also ausnahmsweise mal nicht auf dem Bett.

Dunraven Lodge, Room # 404, 113 miles, 10 °C

 

So. 12.06.11 Yellowstone

Heute wollen wir die Geysire im Südwesten des Parks besuchen, an denen wir gestern abend nur vorbei gefahren sind, dummerweise ist es aber grau und regnerisch als wir und N kurz nach 6 Uhr aufwachen. Egal, wir gehen erstmal frühstücken. Hiker's breakfast und pancakes mit blueberry syrup. Jetzt haben wir schon extra langsam gemacht und immer noch Regen. Gut, dann fahren wir auch extra langsam nach Old Faithful, unterwegs nehmen wir noch den Firehole Canyon Drive und den Firehole Lake Drive mit. Hier ist der White Dome Geyser so nett und bricht aus, als wir ankommen. Merci! Etwa 100 Bisons setzen sich für uns auf dem Weg auch noch dekorativ in Szene. Zumindest ist es jetzt trocken, als wir vor dem Old Faithful Visitor Center parken, wir erkundigen uns nach der Vorhersage für den Daisy Geyser, das wollen wir doch miterleben, wenn der Geysir schon extra nach einer unserer Miezen benannt ist. Viertel nach Eins, das sollten wir gut schaffen. N bewaffnet sich noch mit einem Trailguide, ohne Karte geht ja gar nichts bei ihr, und dann stiefeln wir los. Trocken ist es ja zwar aber die 7 °C und der Wind lassen sogar M die Kapuze aufsetzen. Anemone Geyser, Lion Group, Spasmodic Geyser, Turban Geyser, ein wenig der Grand Geyser, Grotto Geyser, alle tun uns den Gefallen und sprotzeln ganz kräftig für uns. Wir haben jetzt fachbärisch unterteilt in "Sprotzler" und "Püster". Pünktlich sind wir am Daisy Geyser, der ist allerdings 8 min verspätet!

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Jetzt noch das Stück zum Morning Glory Pool, leider sind die Farben aufgrund der nur spärlich scheinenden Sonne nicht so gut zu sehen und die kalte Luft sorgt für viel Dampf, der die Sicht zusätzlich eintrübt.

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Wenn man sich da in so eine Wolke stellt ist das wie im Dampfbad und die Brille von N beschlägt auch ständig. Wir treffen noch ein tierisch mutiges Ground Squirrel, dessen Technik beim Erklettern des Boardwalks verdächtig an unsere Daisy beim Erklettern des Kratzbaums erinnert: "Ich häng mich erstmal mit den Vorderpfoten dran und dann schau ich weiter". Leider konnte N davon keine Aufnahme machen.

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Eine Dame erzählt uns, dass am Hang vorhin Murmeltiere waren, die sich gegen einen Coyoten verteidigt haben. Hm, haben wir leider nicht mitbekommen. Dafür stehen Bisons direkt neben dem Boardwalk.

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Das ist N eindeutig zu nah. Gebannt die Tiere anblickend geht sie vorbei und ist erleichtert, als sie weit genug weg ist. Allerdings gibt es auch hier Leute, die sich mit dem Rücken zu den Tieren stellen für ein Photo. Die haben wohl alle den Infofilm im Visitorcenter nicht gesehen, in dem ruhig dastehende Bisons und Elk plötzlich angreifen... Apropos merkwürdig: ich hatte ja schon die lieblichen Temperaturen erwähnt, das hindert viele nicht daran, hier in kurzer Hose und Flipflops aufzulaufen! Entweder sind die hart im Nehmen oder haben einen schlecht sortierten Kleiderschrank. Bekleidung ist auch so eine Sache, bei der wir in den USA immer wieder staunen, Flipflops sind ja kaum noch einen Blick wert, die haben wir bereits als Bekleidung für Abstiege in den Grand Canyon gesehen, aber was manche hier an Klamotten anhaben, würde N maximal daheim auf dem Sofa anziehen, wenn überhaupt. Zurück am Old Faithful Geyser sind wir baff, was für Menschenmassen hier plötzlich versammelt sind, da war es ja gestern abend richtig leer dagegen. Wir verzichten auf eine weitere Vorstellung und werfen stattdessen einen Blick in die sehenswerte Eingangshalle des Old Faithful Inns.

N & M suchen noch den Photoshop, da N viel Staub auf dem Kamerasensor hat, aber den Shop gibt es nicht mehr erfahren sie, wie dumm, aber nicht zu ändern. Wir legen noch einen Stopp am Black Sand Basin ein, dessen Rainbow Pool und Sunset Lake wir noch schöner finden als den Morning Glory Pool, allerdings haben wir auch hier mit dichten Dampfschwaden zu kämpfen, welche die Sicht behindern. Und jetzt fängt es auch wieder an zu regnen..., wir geben auf, zurück nach Canyon. Hm, Hunger haben wir ja schon, wieder Picknick? Die Soda Fountain in der Art eines Diners sieht einladend aus und N & M gönnen sich einen Burger. Hey und was ist mit uns? Wir sitzen noch hier draußen vor der Tür im Auto!

Na wenigstens auf dem Zimmer dürfen wir an den Crackern, Bier und Wein wieder teilhaben. Ach ja, hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass die Seife am Waschbecken hier in der Dunraven Lodge Bärchenform hat?

Dunraven Lodge, Room # 404, 100 miles, 7 °C

 

Mo. 13.06.11 Yellowstone

Heute ist der North Loop dran, schon um kurz nach 8 sind wir unterwegs über den Dunraven Pass, der bis vor wenigen Tagen noch gesperrt war und auch jetzt sind die Schneemauern links und rechts der Straße noch sehr beeindruckend, im schönsten Sonnenschein übrigens. In der Parkinfo hatte N gelesen, dass das Gebiet östlich der Straße rund um den Antelope Creek Grizzly Country sei und am entsprechenden Outlook sitzt ein Paar mit Campingstühlen und Ferngläsern bewaffnet offenbar schon seit heute morgen und sucht das Grün ab. Wir schauen nur ein wenig und fahren dann weiter, bis wir auf ein Murmeltier samt Photographen am Straßenrand treffen, die beiden wollen wir nicht stören und stoppen daher nicht. An den Tower Falls ist eine große Automenge und alle schauen den Hang hinauf, ah, ein Black Bear läuft den Hang entlang, wir warten bis er verschwunden ist und fahren dann weiter zu unserem Unterwegs-Frühstücksstopp: der Roosevelt Lodge.

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Eine prima Idee, die N aus einem englischsprachigen Reisebericht im Internet übernommen hatte, denn der Dining Room aus rohen Baumstämmen ist sehr urig mit 2 großen Kaminen an den Stirnseiten, die sogar in Betrieb sind. Gut gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg und treffen auf der Stichstrasse zum Petrified Tree auf einen Moose, die ganzen Bisons zählen wir schon gar nicht mehr mit.

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Weiter geht es und bereits nach einem kleinen Stück wieder ein Stau. Wir steigen aus und werden informiert, "Black Bear". Mensch, schon der 2. tierische Kollege heute für Sunny und mich. Was sollen wir sagen, ein paar hundert Meter weiter das gleiche Spiel, der 3. Kollege für heute.

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Dieses Exemplar läuft recht nah parallel unterhalb der Straße durch den Wald. Wer hätte das gedacht, jetzt sind wir schon bei 6 Bären in Yellowstone Summe angekommen. Beim Halt in Mammoth sehen wir dann noch Elk, die mitten zwischen den Gebäuden herumlungern.

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Einen kleinen Abstecher nach Gardiner zum Auto füttern beim Dino legen wir noch ein, ist hier 20 Cent günstiger pro Gallon als im Park, außerdem bekommen wir hier eine aktuelle USA Today, aus der wir erfahren, dass Dallas die NBA Finals gewonnen hat.

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Wir drehen eine Runde über die Mammoth Hot Springs und anschließend noch durch das Norris Geyser Basin, da M etwas schwummrig vom Schwefelduft wird, treten wir den geordneten Rückzug an.

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Außerdem regnet es jetzt wieder, also schnell ein paar Salate in Canyon gekauft und ab zum Picknick in unserem Erker. Mal sehen, vielleicht gewinnt ja ausnahmsweise heute mal N bei Phase 10...

Dunraven Lodge, Room # 404, 87 miles, 18 °C

 

Di. 14.06.11, Yellowstone to Dubois

Unser Rekord, um Viertel vor 8 sind wir abfahrtbereit, liegt aber daran, dass N das Bett zu weich war und sie jeden morgen mit mehr Rückenschmerz aufgewacht ist, echt nervig.

Im Hayden Valley wieder ein Wildlife Jam, wir erfahren, dass wir 3 Wölfe verpasst haben...Wölfe mögen uns offenbar nicht. müssen wir halt wieder in den Zoom, um sie zu sehen. Wir haben aber dafür noch nie so viele umgefallene Bäume gesehen wie hier, allerdings haben wir auch noch nie in den USA so viele deutsche Touristen getroffen wie hier. Deshalb verlassen wir jetzt Yellowstone mit einem Stopp am Grant Village Visitorcenter und einem riesigen Turkey Sandwich zum Frühstück.

Wir fahren bei wunderbarem Sonnenschein in den Grand Teton National Park und M macht ein Bild von uns mit dem Grand Teton Schild und mal wieder werden wir angesprochen, mittlerweile zum 10. Mal in diesem Urlaub. Ein sehr freundlicher Parkranger begrüsst uns am ersten pullout nach dem Parkeingangsschild mit einer Parkmap, da es hier oben ja keine offiziellen Eingang gibt, denn der Eintritt für den Yellowstone gilt auch für den Grand Teton. N ist ganz beeindruckt von den Bergen die mit ihrem Schneemantel einfach umwerfend aussehen.

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Zuerst fahren wir zum Colter Bay Visitorcenter mit der Ausstellung über die indianische Kultur, allerdings fanden wir die entsprechende Ausstellung im Buffalo Bill Center ansprechender. N schaut so gerne von oben auf die Dinge, um sich einen Landschaftsüberblick zu machen, daher geht es auf den Signal Mountain. Ein lohnender Abstecher finden wir. Hatte ich schon erwähnt, dass die Berge einfach umwerfend sind...

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Irgendwo auf der Höhe des Jenny Lakes meldet unser Auto "Oil Service", N schlägt in der Anleitung nach, die sagt nach max 600 Meilen ist jetzt ein Öl- und Filterwechsel nötig. Mist! Unser Fräulein Rottenmeier sagt, am Flughafen von Jackson sei eine Hertz Station, ok, das sind nur 3 Meilen Umweg. Der Herr dort meint, er könne nicht einfach den Wagen wechseln, da dies hier nur eine Franchise Filiale sei, er erkundigt sich aber beim großen Hertz Bruder, dort bekommt er die Info, dass laut Aufzeichnungen der nächste Ölwechsel des Wagens bei 15.051 miles fällig sei und momentan sind wir bei etwa 12.000. Vermutlich habe nur ein Techniker beim letzten Wechsel vergessen, die Anzeige zurückzusetzen. Wir könnten beruhigt weiterfahren... Na denn... N ist partiell beruhigt daher gehen wir jetzt ins offenbar ganz neue Moose Visitorcenter, Stempel ist fällig. Auf der Brücke ein Menschenauflauf, "Bestimmt der Moose, den ich hier schon vorhin gesehen habe", meint M und richtig, da steht er. N macht noch eine Aufnahme am Hang mit Blümchen im Vordergrund und plötzlich folgen ihr dahin die Menschenmassen und krauchen auch auf dem Boden rum... Micha nennt das "trend setting".

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N fragt im Visitorcenter eine Rangerin, nach Filmlocations im Park und schwupps, holt die nen dicken Ordner aus dem Schrank, blättert flink und zieht eine Parkkarte hervor, auf der fein säuberlich alle Stellen markiert sind mit Angabe des Films. Sehr beeindruckend. Wir fahren zur Mormon Row und treffen auf ein sehr neugieriges Ground Squirrel, allerdings sind wir ja wegen dieses Motivs hier:

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M und ich machen etwas Unsinn mit der hiesigen Beschilderung, bevor es zur Schwabacher Landing geht.

Hier informiert M die Dame im Auto neben uns, dass ihr ein Stecker aus dem Kühlergrill hängen würde, Sie beruhigt uns, das sei so ok, das ist der Anschluss für die Heizung. Was es nicht alles gibt.

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Mittlerweile ist es schon später Nachmittag und wir haben ja noch ein Stück vor uns bis nach Dubois, mit 2900 Metern überqueren wir auf dem Weg dorthin den höchsten Pass bisher. Wir checken ein in der Rocky Mountain Lodge und die Dame dort weiß sofort, "You must be the couple from Germany that reserved a year in advance". Jaja N plant immer weit voraus. Wir begeben uns in das für hiesige Verhältnisse "upscale" Restaurant des Ortes, das Rustic Pine mit angegliederter Bar, die M kurz unter die Lupe nimmt, als er mal zum bathroom verschwindet. N hat sich genau sowas schon gedacht, als er nicht direkt wiederkommt. Wenn wir nicht mit der Auto hergefahren wären, wären wir da bestimmt nach dem Essen auch noch reingegangen, denn das scheint so eine Art Bermuda Dreieck des Ortes speziell für Männer zu sein. Alle gehen rein, keiner kommt raus.

Wir sitzen hier am Fenster mit direktem Blick auf unser Auto und können beobachten, wie ein Spatz immer an unserem Kühlergrill pickt. Vermutlich ist das sowas wie eine fast food Theke für Spatzen, die ganzen toten Viecher da rauszupicken.

Rocky Mountain Lodge, Room # 28, 261 miles, 17 °C

 

Mi. 15.06.11 Dubois to Rock Springs

N steht heute morgen unter der Dusche, also eigentlich nicht, weil sie das warme Wasser nicht zum Laufen kriegt... Das liegt aber nicht an Warm-Wasser-Mangel, sondern an den empfundenen 300 Variationen vom Handhabungs-Mechanismen mit denen hier in den USA Duscharmaturen ausgestattet sein können. Bei uns gibt es ja 2 Hauptprinzipien: 2 Hähne zum Drehen für heiß oder kalt oder einen Mischhebel, eine Seite warm die andere kalt, aber was wir hier schon alles an Variationen davon hatten, unglaublich. Und immer mal wieder steht N so wie jetzt davor und wundert sich, was sie wohl heute tun muss, damit das Wasser an der gewünschten Stelle in der gewünschten Temperatur austritt. Hier ist heute die Lösung den einzigen Drehknauf nicht nur zu drehen, sondern auch noch wie einen Hebel zu benutzen. Irgendwann schreibt sie über das Thema mal ein Buch... aber ich schweife ab...

Kurz nach 8 Uhr und schon 19 °C, das kann doch noch was werden heute mit dem Wetter. Wir fahren bei strahlendem Sonnenschein und unglaublicher Fernsicht los... bis auf die andere Straßenseite. Dort ist das Chandler Restaurant, wo wir frühstücken wollen, da das sehr empfohlenen Cowboy Cafe leider Mittwochs Ruhetag hat. Aber wir können uns nicht beklagen und sind auch mit dem hier gebotenen Frühstück zufrieden.

Wir haben etwas Mühe in Lander den Abzweig auf die 131 zum Sinks Canyon State Park zu finden, wir drehen um und wundersamer Weise ist jetzt von Süden her sowohl die Straße als auch der Park ausgeschildert, hm. Entweder waren wir gerade blind oder es ist tatsächlich von Norden nicht angeschlagen? Da momentan alle Flüsse so viel Wasser führen, fließt hier nicht alles in die Hohlräume des "Sinks", sondern auch Einiges den Überlauf herunter. Der Teich, the "Rise", wo das Wasser wieder zu Tage tritt, ist angeblich kristallklar, können wir allerdings nicht bestätigen, auch die berühmten Regenbogenforellen sind nicht da und lassen sich auch nicht mit dem hier zu kaufenden und im Rise verteilten Futter von M anlocken. Vielleicht ist gerade keine Forellenzeit?

Geplant haben wir den Canyon entlang weiterzufahren bis South Pass City einer fast verlassenen Goldgräberstadt, wir kommen nur nicht weit. "Road closed". "Was die sich wieder anstellen", meint M, hilft aber nix, wir drehen um, wieder nach Lander und über die US 28 nach South Pass City.

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....und genau 2 Bären!

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Es ist hier unglaublich windig, das sei noch wenig meint der Herr am Eintrittskartenverkauf und dass wir heute schon das 4. Paar aus Germany seien, woran das wohl liegt? Allerdings ist der Wind unglaublich nervig, ich weiß nicht, wie man das lange aushält. Auf dem restlichen Weg nach Rock Springs sehen wir neben einem Stück des Oregon Trails einen unglaublichen Himmel.

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Auf der Suche nach Vervollständigung unserer Sam Adams Vorräte lernen wir, dass es unabhängig von Dry Counties auch Dry Stores gibt, Albertsons rettet uns und M bekommt sogar noch $ 5 Rabatt, obwohl er vergessen hat, die Mitgliedskarte mitzunehmen, die sitzt mit N im Auto. Wir essen zu Abend im Thai Restaurant gegenüber, sehr lecker aber Riesenportionen, N & M sind jetzt auch "stuffed", nicht nur wir.

Holiday Inn Express, Room # 312, 230 miles, 28 °C

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